Donnerstag, 30. Oktober 2014

Rezension: Mahé von franjos

Alex Randolph: MAHÉ mit Illustrationen von Klemens Franz für 2 bis 7 Spieler bei franjos Spieleverlag 2014

Wieder aufgetaucht

Glaubt man ja kaum, welche grandiosen Leistungen Meeresschildkröten vollbringen. Kreisen rund um die Insel Mahé, nur um ein paar Eier abzulegen. Und manchmal schleppen sie sogar ihre Artgenossen mit. Obendrauf hocken die Tiere und geben der untersten Schildkröte sogar noch Kommandos, ob sie nochmal würfeln soll oder es besser lässt. Schließlich will niemand zurück an den Start, nur weil die Würfel zusammen mehr als sieben Augen zeigen. Wär' ja auch blöd, dann lieber nicht ganz so weit ziehen, schließlich darf man auch noch selber würfeln und vom Rücken der Lastschildkröte selbst ins Ziel laufen. Blöd allerdings, wenn man noch andere Schildkröten auf dem Buckel hat, die man mittragen muss. Geht es mit anderen Schildkröten über die Ziellinie, geht die Punktekarte an die oberste Schildkröte. Das wäre ja zu doof...

MAHÉ ist eine wunderschöne Neuauflage von DIE HEISSE SCHLACHT AM KALTEN BUFFET bzw. vom noch älteren KÄNGURUH, beide bei Ravensburger erschienen. Und MAHÉ ist auch ein typischer Randolph. Alex Randolph hat ja ein paar sehr bedeutende Spiele hinterlassen, aber ich habe ihn immer für seine „schlanken“ Ideen bewundert, die doch so viel Spielspaß bereiten … für HOL'S DER GEIER und eben auch KÄNGURUH.

Mit nur drei Würfeln und einem Rundkurs von 21 Feldern macht er aus einem Wettrennen ohne viel Brimborium ein echt aufregendes Zockerspiel. Der Trick: Die Würfelergebnisse werden addiert und mit der Anzahl der geworfenen Würfel multipliziert. Der Witz: Ist die Summe größer als 21, zeigen die Würfel zusammen mehr als sieben Augen, heißt es: Zurück zum Start für alle Schildkröten im Turm. Naja fast alle, denn nur die Schildkröte des Würflers und alle darauf gestapelten Schildkröten müssen zurück. Von dieser schlanken Idee kann sich CAMEL UP ruhig eine Scheibe abschneiden. Viel Brimborium braucht MAHÉ nicht, keine Wetten, keine Pyramide...

Natürlich spielt Würfelglück eine entscheidende Rolle, so soll es auch sein. Wer genau auf 21 kommt, wird sich diebisch freuen, denn dann gibt’s immer die Punktekarte. Als Variante kommt jetzt hinzu, dass man statt zu würfeln auch eine schon erbeutete Punktekarte einsetzen kann. Damit werden die niedrigen Kartenwerte deutlichst aufgewertet. Jetzt kommt man gefahrloser auf 21 Punkte und damit garantiert an die Punktekarte. Schön, wenn da eine Fünf oder Sechs ausliegt oder die sieben Punkte auf dem Plan am Ende abgegriffen werden können.

Alles perfekt … Spielidee, Grafik, Regel. Regel?! Die fällt optisch leider deutlich ab, erinnert an die Spielregeln der frühen 90er der Ravensburger ... und braucht zudem verdammt viele Worte, um alles zu erklären. Das ginge doch kürzer. Zum Glück muss man die Regel ja nur ein Mal lesen, denn schwierig ist das Spiel nicht.

MAHÉ spielt sich übrigens umso besser, je mehr Mitspieler ihre Schildkröten ins Rennen schicken. Es ginge sicher auch zu acht. Bitte beachten: Je mehr Mitspieler, desto schneller ist MAHÉ zu Ende. Zu zweit oder dritt würde ich es erst gar nicht probieren, auch wenn die Spieler dann mit je zwei Schildkröten ins Rennen gehen.

Kommentare:

  1. Einspruch Euer Ehren :-)
    auch zu Zweit bringt die Schadenfreude eine gute Stimmung an den Tisch!

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    1. Dann sollte ich wohl, müsste ich doch noch ... zu zweit!? Mal sehen.

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  2. Sehr schönes Spiel, hatten wir gestern auch auf dem Tisch, ohne dass die Leute die Vorgänger kannten, warum auch. Ziemlich zeitlos!
    Das Regelheft ist schon fast genial retro, was das wohl sollte...?

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